BMZ-Reform: Neuer Schwung für die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft?
Shownotes
**In der neunten Folge des AFRICast Business Podcast spricht Moderator Ulf-Peter Noetzel mit Staatssekretär Niels Annen über den Einfluss der aktuellen BMZ-Reform auf die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und über die verstärkte Kooperation mit dem Wirtschaftsministerium. Afrikanische Partner empfinden das Eintreten für deutsche Wirtschaftsinteressen nicht als negativ, sondern wundern sich eher, dass Deutschland sie in den letzten Jahren nicht ebenso offen vertreten habe wie andere Partner, sagt Staatssekretär Annen. Hören Sie rein! **
**DAS ERWARTET SIE: **
- Effektivere Unterstützung der Wirtschaft durch das BMZ: welche Maßnahmen wurden bereits umgesetzt und womit ist zu rechnen?
- Neue Spielregeln bei Vergaben: Staatssekretär Annen spricht offen über unfairen Wettbewerb und die Frage, wie deutsche Unternehmen bessere Chancen in Afrika erhalten können.
- Eine Vielzahl an Förderinstrumenten – wer blickt noch durch? Es geht um die Komplexität der Förderlandschaft und darum, wie Mittelständler künftig einfacher Unterstützung für Afrika-Geschäfte finden sollen.
- Kurz: Das BMZ will Entwicklungspolitik wirtschaftsnäher, strategischer und investitionsorientierter gestalten, ohne den entwicklungspolitischen Kernauftrag aufzugeben. Daran muss es sich in Zukunft messen lassen.
**DIE INTERVIEWPARTNER: **
- Niels Annen ist seit Mai 2025 Staatssekretär und Amtschef des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Außen- und entwicklungspolitisch tätig war er bereits von 2021 bis 2025 als Parlamentarischer Staatssekretär der Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie von 2018 bis 2021 als Staatsminister im Auswärtigen Amt. Außerdem war Herr Annen insgesamt mehr als 15 Jahre Abgeordneter des deutschen Bundestages.
- Ulf-Peter Noetzel ist Moderator des AFRICast Business Podcasts und seit mehr als drei Jahren Senior Policy Advisor des Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft. Viele Jahre war er bei der Deutschen Bank verantwortlich für den Bereich Trade Finance - Financial Institutions Africa.
**UPCOMING BEIM AFRIKA-VEREIN: **
- 8.-12. Juni 2026: Delegationsreise Ghana “Green & Digital Trade” in Kooperation mit NABC im Rahmen des EU finanzierten Green, Digital & inclusive Private Sector Development (PSD) Programms
- 18. Juni 2026: Arbeitsgruppe Finanzierung (nur für AV-Mitgliedsunternehmen)
- 22. Juni 2026: Wirtschaftstag Senegal in Berlin, zur Einbindung der Wirtschaft vor den bilateralen Regierungsverhandlungen im Auftrag des BMZ
- 24. Juni 2026: Wirtschaftstag Kenia in Berlin, zur Einbindung der Wirtschaft vor den bilateralen Regierungsverhandlungen im Auftrag des BMZ
29.-30. Juni 2026 Hamburg Sustainability Conference (HSC), Hamburg
- Weitere Veranstaltungen und Informationen finden Sie unter www.afrikaverein.de
Transkript anzeigen
00:00:02: Wir diskutieren hiermit wechselnden Experten regelmäßig die Position der deutschen Wirtschaft in Afrika, geopolitische Entwicklungen
00:00:15: und auf dem Kontinent entstehende Marktchancen.
00:00:19: Herzlich willkommen zu unserer neunten Folge von Africa's Business – dem Podcast des Afrika Vereins der Deutschen Wirtschaft!
00:00:28: Heute sprechen wir über die Reform des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, kurz BMZ.
00:00:35: Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, bringt die BMZ-Reform wirklich neuen Schwung für die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft?
00:00:44: Es geht also um mehr Wirtschaft, weniger Bürokratie und neue Partnerschaften mit Afrika – und um die Chancen, die sich hieraus für die Privatwirtschaft ergeben!
00:00:56: Darüber möchte ich heute mit meinem Gast Herrn Staatssekretär Nils Annen sprechen.
00:01:01: Herr Annen, herzlich willkommen zu unserem Podcast!
00:01:04: Ja vielen Dank!
00:01:07: Kurz zu Ihrer Person Sie gehörten insgesamt mehr als fünfzehn Jahren dem Deutschen Bundestag an waren von zwei tausend achtzehn bis zweitausend einundzwanzig Staatsminister im Auswärtigen Amt und anschließend parlamentarischer Staatssekratär im BMZ.
00:01:22: Seit Mai vergangenen Jahres sind sie dort Staatssekretär und Amtschef.
00:01:27: Übrigens, mein Name ist Ulf Petternötzel.
00:01:30: Herr Annen lassen Sie uns mit einer persönlichen Frage vorab beginnen!
00:01:34: Sie waren erst dieses Jahr im April in Südafrika und zuvor auch noch in Kenia und Somalia unterwegs.
00:01:41: Hand aufs Herz Hätten Sie vor zwanzig Jahren gedacht, dass sie einmal als Staatssekretär in Afrika unterwegs sein würden und sich dort Projekte vor Ort selbst anschauen und diskutieren können?
00:01:55: Nein.
00:01:55: Also ich glaube die ehrliche Antwort lautet das hatte ich mir nicht vorgestellt und hätte mich damals nicht vorstellen können.
00:02:03: Ich hatte auch gar keine persönlichen Pläne jetzt Berufspolitik zu gehen.
00:02:09: Ich glaube, das sind Entwicklungen die sich dann aus Interessenengagement so ein bisschen ergeben.
00:02:16: und ich erinnere mich natürlich dass in der Zeit in der Südafrika noch das Apartheid-Regime gehasht hat und ich mich schon sehr politisch engagiert habe, mich für das Land interessiert habe bei Veranstaltungen war, auf Demonstrationen ging das Apartheid-Regime und dann später über meine politische Arbeit auch Vertreter der Jugendorganisation des ANC kennengelernt habe.
00:02:42: Und dass ich also diese alten Kontakte von damals dann über so lange Zeit pflegen konnte und jetzt in dieser offiziellen Funktion solche Gespräche führen Ja, das habe ich mir sicherlich nicht vorstellen können.
00:02:58: Das ist auch ein Privileg aber natürlich eine große Verantwortung.
00:03:03: Genau und wenn wir über Verantwortung sprechen kommen wir direkt zu unserem Thema nämlich der BMZ Reform.
00:03:10: Ein zentrales Ziel dieser Reform ist ganz bestimmt die Zusammenarbeit mit der deutschen Wirtschaft zu stärken.
00:03:16: Gleichzeitig wird seit Jahren gefordert dass das BMZ und das Bundesministerium für Wirtschaft Entwicklung bei der Entwicklungszusammenarbeit und auch der Außenwirtschaft, Förderung enger Zusammenarbeiten.
00:03:31: Nun wurde offenbar ein gemeinsamer Reformstab eingerichtet.
00:03:35: Wie funktioniert denn die Zusammenarbeit in diesem Reformstabe zwischen BMZ und dem BMWE auf Staatssekretärebene konkret?
00:03:45: Ja also erst mal will ich sagen das ist in der Tat ein wichtiger für die deutsche Entwicklungspolitik, auch für unser Ministerium das BMZ.
00:03:56: Aber ich will das hier auch einmal sagen und es trifft ja beim Afrikaverein die Falschen weil ihre Mitgliedsunternehmen engagieren sich seit Jahren in Afrika.
00:04:05: aber ich sage es hier trotzdem ist es auch deswegen ein wichtiger Moment.
00:04:09: Weil wir müssen uns neu ausrichten, wir müssen selbstkritisch unsere Instrumente hinterfragen wie viel aus Deutschland in afrikanischen Ländern an auch privaten Investitionen landet, dann ist das zu wenig.
00:04:26: Deswegen brauchen wir einen gemeinsamen Schub für die Entwicklung unserer Partnerländer.
00:04:32: aber auch wenn ich mir die geoeconomische Realität heute anschaue, die sich dramatisch verändert hat Dann ist es langfristig auch für den Wohlstand in unserem Land fatal wenn nur ein bis maximal zwei Prozent der direkte Investition nach Afrika lenken.
00:04:48: Und darüber wollen wir nicht nur sprechen, sondern da wollen wir gemeinsame Strategien entwickeln.
00:04:55: Natürlich weiß ich aus meiner politischen Arbeit – Sie haben das erwähnt – über fünfzehn Jahre einen Wahlkreis aus Hamburg im Deutschen Bundestag vertreten mit ganz viel Unternehmen auch mit Industrieunternehmen und klassischem deutschen Mittelstand meistens gar keine bekannten Markennamen und wenn man dann genau hinschaut, häufig Weltmarktführer auch mit Engagement in der ganzen Welt.
00:05:20: Wenn wir diese stärken nicht verlieren wollen, dann müssen wir eben gemeinsam gucken und müssen wir gemeinsam uns an ein Tisch setzen und schauen wie können wir unsere Instrumente besser aufeinander ausrichten?
00:05:31: Und da kann man jetzt auch nicht immer erwarten dass einen Unternehmer genau weiß bin ich jetzt eigentlich beim Wirtschaftsministerium richtig Oder bin ich vielleicht beim Entwicklungsministerium richtig mit meinem Anliegen?
00:05:45: Und das ist eine Klage, die kennen wir schon seit vielen Jahren.
00:05:50: Ich will auch nicht sagen dass nichts passiert ist.
00:05:52: Wir haben uns auch vorher darum bemüht aber diese Bundesregierung Die ja so ein bisschen in der Kritik steht im Moment wenn ich das mal vorsichtig sagen darf Aber diese Bundesregierung hat sich vorgenommen ihre internationalen Instrumente insgesamt besser aufeinander abzustimmen Und das machen wir.
00:06:09: Das ist nicht immer einfach, aber auf höchster Ebene mit den beiden zuständigen parlamentarischen Staatssekretären eine feste Arbeitsstruktur.
00:06:17: Wir haben erste Arbeitspapiere erarbeitet, gemeinsame Veranstaltung gemeinsam, wie sagt man heute Outreach gemacht und ich bin sehr zuversichtlich dass das funktioniert.
00:06:28: Da, wo wir direkt als BMZ Verantwortung haben, haben jetzt viele unserer Vorsätze schon in den letzten Wochen und Monaten umgesetzt im Rahmen unseres Reformplans, denen Ministerin Alaba Ali Radovan öffentlich vorgestellt hat.
00:06:42: aber Sie haben es indrekt so ein bisschen angesprochen auch was unsere internen Arbeitsstrukturen angeht in Form einer Reorganisation.
00:06:50: Wir sind mittendrin.
00:06:52: Das sind auch Fahrtabhängigkeiten, sie verändern das nicht alles von heute auf morgen.
00:06:57: Aber unser Wille ist ganz eindeutig und öffentlich hinterlegt.
00:07:03: wir wollen diese Möglichkeiten die haben besser nutzen Und wir möchten auch noch mal stärker bekannt machen Auch bei den Unternehmen die vielleicht heute noch nicht in Afrika investiert sind Weiche Möglichkeiten der Finanzierung, der Risikomitigierung des Marktzugangs.
00:07:20: es gibt.
00:07:20: Was ich sage jetzt gar nicht nur das BMZ sondern was die Bundesregierung anbieten kann und Ich glaube Es ist allerhöchste Zeit dass wir das tun Und deswegen sind wir hier alle sehr motiviert und Deswegen freue ich mich auch Dass sich darüber heute in Ihrem Podcast sprechen kann.
00:07:36: Ja und Sie haben sicher auch ein wirklich ambitioniertes Ziel gesetzt.
00:07:39: wenn ich das richtig verstehe wollen sie ja die Reform innerhalb der nächsten dreizehn Monate umgesetzt haben.
00:07:46: Aber wann können jetzt die Unternehmen mit konkreten, wirklich handfesten Ergebnissen rechnen?
00:07:51: Also es gibt schon erste Ergebnisse wenn ich das hier nutzen darf denn wir haben ein breites Feld an Aufgaben und das sind zum Teil auch dicke Bretter.
00:08:02: aber wir haben jetzt beispielsweise begonnen dass vielleicht muss sich ein bisschen erklären die Arbeitsweise unseres Hauses.
00:08:09: also wir haben eine sehr hohe Anzahl von Partnerländern.
00:08:13: Mit denen haben wir Vereinbarungen getroffen, das sind im Grunde genommen völkerrechtlich bindende Partnerschaftsvereinbarungen und die allermeisten Partnerländer des BMZ sind in Afrika.
00:08:24: Das hängt damit zusammen dass unsere Aufgabe ja im Kern darin besteht Entwicklung zu ermöglichen Hunger- und Armutungleichheit zu bekämpfen.
00:08:32: und die meisten der LDC's der am wenigsten entwickelten Länder Aber auch die Länder, die wir so als Mitteleinkommensländer bezeichnen haben häufig auch Partnerschaften mit dem BMZ.
00:08:47: Diese Partnerschaft werden am Ende natürlich auch mit Mitteln unterlegt.
00:08:52: Das heißt, wir verhandeln mit unseren Partnern darüber und vereinbaren eine Summe in den nächsten zwei Jahren für Ausgaben.
00:09:02: im Bereich der technischen finanziellen Zusammenarbeit.
00:09:05: Sie kennen unsere wichtigsten Partner, glaube ich auch die KfW Entwicklungsbank und die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit, die GEZ aber auch andere Organisationen.
00:09:15: Und wir machen jetzt bei den Regierungsverhandlungen, die jetzt seit der Reform der Ministerin anstehen vorher rechtzeitig mit der deutschen Wirtschaftskonsultation.
00:09:27: Wir haben jetzt Wirtschaftstage vorgeschaltet, vor den Regierungsverhandlungen.
00:09:33: Damit wir besser verstehen wo sind eigentlich Sektoren die interessant sind für die deutsche Wirtschaft?
00:09:39: Damit unsere Partner in der deutschen Wirtschaft aber auch verstehen wie arbeitet das BMZ und welche Chancen ergeben sich möglicherweise in den nächsten zwei Jahren im Land X oder Y. Das ist Das passiert schon.
00:09:55: Wir haben die ersten Wirtschaftskonferenzen bereits abgehalten, wir haben auch auf Ebene der Ministerin, auf meiner Ebene, der Ebene des parlamentarischen Staatssekretärs diesen Dialog zur Chefsache gemacht.
00:10:08: Wir reden sehr viel mit den Unternehmen über einzelne Projekte und gleichzeitig versuchen wir natürlich mit unseren Partnern und da geht es vor allem um die Frage der Ausschreibungsbedingungen dafür zu sorgen, dass wenn große Aufträge ausgeschrieben werden deutsche Unternehmen bessere Chancen haben.
00:10:27: Das ist nicht ganz einfach weil es ein paar bürokratische auch ein paar rechtliche Hindernisse gibt.
00:10:33: ehrlich gesagt gibt es aber auch einen paar Hindernissen auf der Unternehmensseite.
00:10:38: darüber können wir vielleicht auch noch mal sprechen Und ich nehme natürlich alle Mitgliedsunternehmen des Afrikavereins aus, aber manchmal auch ein Tick mir Risikopereitschaft wünschen würde.
00:10:51: Gerade in die Märkte zu gehen, die ja nicht einfach sind, wo man häufig mit Fragilität zu tun hat und schwacher Regierungsführung zu tun haben.
00:11:00: Das wissen Sie genauso gut wie ich – auch nicht immer nur mit transparent arbeitenden Demokratien, die trotzdem Wachstumsperspektiven bieten und wo ich mir wirklich manchmal noch mehr Engagement wünsche.
00:11:13: Und darüber müssen wir einfach reden, dann denke ich können wir eben da auch Erfolge erzielen.
00:11:20: aber wir haben in den vergangenen Jahren und ich will das auch sagen als Bundesrepublik Deutschland auch ein paar Fehler gemacht.
00:11:28: Wir haben viele Märkte Konkurrenten überlassen Auch aus Europa Aber sehr stark inzwischen natürlich auch China in Afrika seit vielen Jahren Und wir haben zum Teil auch die großen Unternehmen, die die ganz großen Infrastrukturinvestitionen tätigen.
00:11:46: Die haben wir zum Teil in Deutschland gar nicht mehr und deswegen müssen wir natürlich darüber nachdenken wie wir als BMZ mit der Kritik umgehen, die es ja gibt das dann von deutschen Ausschreibungen manchmal auch eben chinesische Unternehmen profitieren.
00:12:00: dieser Kritik stellen wir uns.
00:12:02: gleichzeitig verbinden wir es aber mit einem Gesprächsangebot Darüber genau zu reden.
00:12:07: Wer ist eigentlich bereit, sich für so einen Auftrag zu bewerben?
00:12:11: Aber was muss dann auch von unserer Seite getan werden?
00:12:15: Was das Preisniveau angeht und was die Nachhaltigkeit angeht, dass ein deutsches Unternehmen dann auch eine faire Chance hat.
00:12:21: ich finde Deutsche Unternehmen hatten in der Vergangenheit da nicht immer faire Chancen, weil zum Teil auch durch subventionierte Staatsunternehmen die Preise natürlich auch so unrealistisch waren.
00:12:32: Dass viele Unternehmer mir auch in vielen persönlichen Gesprächen gesagt haben, da bewerbe ich mich gar nicht!
00:12:37: Da weiß ich ganz genau wie das ausgeht und dass können wir uns auch in der angespannten Lage der deutschen Wirtschaft halt nicht mehr leisten.
00:12:46: Und deswegen reden wir nicht nur darüber, sondern das verändern wir gerade Stück für Stück und wir setzen dann natürlich auch auf Ihre Unterstützung.
00:12:55: Ja, da würde ich aber noch einen Moment bei der Vergabe praxis bleiben und bei den Ausschreibungen.
00:13:01: Es ist ja ein offenes Geheimnis, dass ein Großteil der ODA-Mittel also der öffentlichen Entwicklungsleistungen des BMZ oder der Bundesregierung zurzeit eben nicht an deutsche Unternehmen gehen sondern eben an Unternehmen außerhalb Deutschlands.
00:13:16: Oder auch der EU.
00:13:17: es gibt sogar zahlen Material vom deutschen Industrie und Handelstag Aus dem Jahr two-tausend neunzig, ganz bestimmt nicht wirklich aktuell.
00:13:25: Da wird gesagt von elf Prozent geht an an deutsche Unternehmen während der EU durchschnitt vierunddreißig Prozent ist.
00:13:32: aber sei es drum im Koalitionsvertrag wurde das eindeutige Ziel formuliert dass rund fünfzig Prozent und mehr der staatlich finanzierten Projekte an Unternehmen aus Deutschland und der EU zu vergeben sein unter anderem Wenn ich das richtig verstanden habe durch die stärkere Betonung von quantitativen Aspekten bei den Ausschreibungen, insbesondere ESG-Vorgaben.
00:14:00: Herr Ann reicht es denn aus?
00:14:03: Also reicht es aus ist natürlich eine schwierige Frage, denn ich hab noch nie jemanden gehört der gesagt hat Es reicht auch sonst müssten wir nicht uns jetzt hier im BMZ um um eine bessere und noch effizientere Vergabe der Mittel auch an deutsche Unternehmen bemühen.
00:14:22: Nein, das ist ein Anreiz für uns!
00:14:25: Ich will aber trotzdem – ich werde jetzt gar nicht widersprechen – wir sind ja nicht zufrieden mit der Quote der Aufträge die an deutschen Unternehmen geht.
00:14:34: Aber wenn man sich das Bild im Detail anschaut dann ist es ein bisschen differenzierter weil es kommt wirklich auf die Sektoren an.
00:14:43: Bieter sind extrem erfolgreich, gerade bei Beratungsleistung.
00:14:47: Also in dem Bereich wo wir an Konsultingunternehmen Aufträge vergeben da ist das regelmäßig über siebzig Prozent die Erfolgsquote wo sich deutsche Unternehmen erfolgreich bewerben.
00:15:00: In der finanziellen Zusammenarbeit muss man einfach sagen und wir haben inzwischen auch Bei der technischen Zusammenarbeit sehr große Fortschritte gemacht der Bereiche, in dem deutsche Unternehmen erfolgreich sich einbringen können.
00:15:16: Manchmal nicht sichtbar weil es eben so ist.
00:15:20: ich habe eben darauf hingewiesen bei den großen Infrastruktur.
00:15:23: Investitionen haben wir wir haben eben keinen Billfinger Berger hoch tief oder so die sich für eine dieser großen Projekte bewerben aber es sind häufig sehr spezialisierte deutsche Unternehmen die den Subaufträge bekommen.
00:15:38: diese Die Beiträge dokumentieren wir nicht ausreichend, weil die zum Teil nicht erfasst werden.
00:15:44: Darüber sind wir im Moment mit der KfW vor allem im Gespräch, dass wir das stärker in den Mittelpunkt drücken.
00:15:51: aber wir sind trotzdem nicht zufrieden.
00:15:52: ich möchte den Kontext gerne erläutern, weil es jetzt keinesfalls so ist, dass die deutsche Wirtschaft nicht von der IZ profitiert.
00:16:02: Aber wir müssen an der Stelle besser werden und Ich möchte auch gerne dass die deutschen Unternehmen, die jetzt an der Schwelle sind sich vielleicht zu überlegen den Schritt in ein afrikanisches Land zu unternehmen.
00:16:15: Dass sie wissen.
00:16:17: wir sind dann ihrer Seite und deswegen eben diese frühzeitige Dialog Offensive, die wir gestartet haben aber auch die Bereitschaft gemeinsam mit unseren Partnern auch über die Ausschreibungsbedingungen zu reden.
00:16:32: Und mein Eindruck ist, dieser politische Impuls hat jetzt schon bei unseren Partnern der Kfee etwas ausgelöst.
00:16:39: Ich merke das sind ja vertrauliche Sitzungen.
00:16:42: aber wenn ich über Kreditvergaben mit den Scheiden, wenn wir unsere Konsultation durchführen es wird jetzt im Grunde genommen von Anfang an gesagt welche Chancen haben deutsche Unternehmen in welchen Branchen haben deutsche Unternehmenschancen und wo sind eigentlich unsere größten Konkurrenten zum Teil auch innerhalb Europas?
00:17:01: Und dann gibt es einen Aspekt, das will ich ja auch ganz offen bekennen.
00:17:05: Wir in Deutschland traditionell halten uns eigentlich sehr gerne an die Regeln, die wir selber mit beschlossen haben und das ist auch nichts Schlechtes.
00:17:16: aber wenn man irgendwann feststellt dass sich alle anderen nicht mehr an die regeln halten Dann müssen wir uns auch die Karten legen und überlegen Wie gehen wir damit um?
00:17:26: Und es halten sich eben nicht alle an die Regeln der OECD, was Vergabekriterien angeht.
00:17:33: Deswegen schauen wir uns das jetzt auch im Detail an.
00:17:36: Aber es ist nicht immer nur die Vergabe sozusagen Bedingung im Detall selber, sondern es ist auch die politische Begleitung und das können wir im BMZ ändern.
00:17:48: Das hat Ministerin Al-Bali Radewan schon geändert, indem wir bei den Regierungsverhandlungen, den Konsultation mit unseren Partnerländern.
00:17:58: In dem Augenblick, wo wir wissen es gibt das Interesse eines deutschen Unternehmens die hochrangigen politischen Gespräche, die wir führen, die ich ja auch manchmal persönlich führe indem wir die nutzen und dem Partnern sagen also Wir haben hier weniger Mittel in Deutschland zur Verfügung aber wir wollen die Partnerschaft mit ihrem Land fortführen.
00:18:18: Wir haben aber auch klare Erwartungen.
00:18:20: da gibt es Unternehmen X und Y Und Ich muss Ihnen sagen meine Erfahrung ist, dass das überhaupt nicht auf Kritik stößt bei den Partnerländern auch in Afrika.
00:18:33: Also mir haben einige Gesprächspartner gesagt ihr wart eigentlich jahrelang die einzigen, die das nicht gesagt haben und wir haben das jetzt geändert.
00:18:42: so und trotzdem möchte ich ihren Hörerinnen und Hörern auch sagen Wir sind es Ministerium Das für Entwicklung zuständig ist Und dafür stellt uns der Steuerzahler Mittel zur Verfügung.
00:18:55: Das heißt, die Entwicklungswirkung dessen was wir tun.
00:19:00: Das bleibt unsere Kernaufgabe.
00:19:03: also das BMW ist zuständig für die Außenwirtschaftsförderung Wir sind für Entwicklungspolitik zuständig aber unsere Partnerländer sagen uns in der Regel wir möchten vor allem Investition und deswegen sehen wird es nicht als Widerspruch sondern wir glauben wir können beide Ziele miteinander verbinden.
00:19:21: und trotzdem kann es mal sein dass wir aus vielen Gründen überzeugt sind, wir brauchen jetzt eine bestimmte Brücke oder eine bestimmten Straße.
00:19:30: Und wenn sich dann kein deutsches Unternehmen findet, kann es auch in Zukunft mal sein, das eben ein nicht-deutsches Unternehmen diesen Auftrag bekommt?
00:19:37: Das gehört zur Wahrheit mit dazu.
00:19:39: Ja, das wäre ja auch glaube ich in Ordnung, wenn das ab und zu mal passieren würde.
00:19:43: Gäbe es aber nicht eine ganz einfache Handhabung wie man Ausschreibungen deutlich attraktiver für deutsche Unternehmen gestalten könnte, indem man ganz einfach staatliche Bieter ausschließen würde die auch noch teilweise durch ihre Heimatländer subventioniert werden.
00:20:03: Ich denke da zum Beispiel an die US Mechanische Millennium Challenge Corporation, die genau das macht.
00:20:08: Aber auch eben andere europäische Länder sagen okay wir brauchen für subventionierte staatliche Unternehmen was sollen mit unseren Entwicklungsgeldern fördern?
00:20:19: Ja ich denke dass es grundsätzlich natürlich ein Teil des Instrumenten Kastens ist.
00:20:26: Wir wissen aber natürlich auch wenn wir das als Grundelement einführen.
00:20:32: Das ist dann auch, ich will das hier auch einmal bekennen.
00:20:34: Dann wird es natürlich auch teurer und Ich habe im Moment als Staatssekretär das große Problem dass wir eine politische Vorgabe haben die dazu führt Dass unsere Mittel ziemlich dramatisch zusammengestrichen worden sind.
00:20:48: Aber Es gehört zu der dem Geist unserer Reformpolitik dass mir keine Option mehr ausschließen.
00:20:57: Es gibt eine Forderung, die sogar noch weitergehen da als die, die Sie jetzt hier skizziert haben.
00:21:03: Nämlich die Forderungen, die ich häufig höre dass wir direkt vergeben sollen.
00:21:08: das widerspricht in vielen Aspekten eigentlich dem OECD DAK Vorgaben also den Ausschuss der dafür Entwicklungspolitik zuständig ist und der Standards dort bestimmt.
00:21:20: aber Wir wissen natürlich, dass viele unserer Partner das machen Und wir haben hier im BMZ gesagt, das ist sicherlich nicht das was wir anstreben.
00:21:30: Weil wir wollen auch sozusagen dass wir weiterhin einen Referenzpunkt haben für Regeln die sich auch andere halten sollen denn wir wollen ja auch das deutsche Unternehmen vielleicht mal von einer britischen eine französischen einer amerikanischen vielleicht sogar auch Mal von einer chinesischen Ausschreibung profitieren können.
00:21:48: Das müssen sie immer noch mitdenken.
00:21:50: also das kommt dann auch irgendwann als boomerang zurück.
00:21:53: Aber auch das Mittel der Direktvergabe stießen wir nicht aus und es hat auch schon stattgefunden.
00:21:59: Und daran sehen Sie, dass das was ich vorhin gesagt habe jetzt keine reine Theorie ist sondern haben sich auch schon Dinge verändert.
00:22:06: und Ich glaube Das ist ein bisschen Neuland auf das für uns begeben und Wir gehen auch selber Ein bisschen ins Risiko so wie wir von den Unternehmen auch erwarten dass sie auch ein bisschen ins risiko gehen.
00:22:20: und ich denke Das ist wichtig für unseren Dialog, dass wir nach einer bestimmten Zeit gemeinsam drauf schauen und sagen hat sich das neue Instrument was wir entwickeln.
00:22:32: Hat es sich bewährt?
00:22:33: Müssen wir nachjustieren?
00:22:35: Wir sind ja nicht alleine auf der Welt.
00:22:36: also wenn wir unsere Auftragsvergabe verändern verändert sich auch der Markt und dann werden die anderen auch darauf reagieren.
00:22:44: Das müssen wir alles im Blick haben.
00:22:46: mir ist es schon aufgefallen seitdem ich hier Staatssekretär bin dass unser Image als BMZ in der Öffentlichkeit vor allem mit der Frage Armutsbekämpfung verbunden wird.
00:23:03: Mit der Frage der klassischen Entwicklungspolitik, die uns übrigens weiterhin genauso wichtig ist wie die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft.
00:23:12: aber das BMZ hat immer schon als tragende Säule mit der wirtschaft zusammengearbeitet und sie können ganz bestimmt viele ihrer Mitgliedsunternehmen fragen die zum Teil seit vielen Jahren auch von unseren Instrumenten profitieren.
00:23:26: Deswegen ist das auch nichts Neues für uns, aber vielleicht ist es neu dass wir aufgrund der allgemeinen Herausforderungen jetzt für unsere Volkswirtschaft im Westen ein bisschen stärker in den Mittelpunkt rücken und dass sie uns dabei helfen.
00:23:43: über so eine Veranstaltung.
00:23:44: Das finde ich gut!
00:23:46: Ja, das nehme ich auch gerne auf.
00:23:48: Denn in der Tat nehmen wir als Afrikaverein sehr wohl war, dass beim BMZ aber auch bei der GIZ deutlich mehr Offenheit da ist sich über die Anforderungen und Bedürfnisse mit der Wirtschaft auseinanderzusetzen.
00:24:04: Das ist wirklich etwas was wir sehen Und wir haben auch den Eindruck, dass der Austausch mit uns stärker gesucht wird und wir auch voneinander lernen.
00:24:16: Aber die große Frage ist doch und die stelle ich jetzt Ihnen als Amtsleiter.
00:24:21: Das ist ja schon fast, wenn Sie erlauben ein radikaler Kulturwandel im BMZ jedenfalls für jemand Außenstehendes.
00:24:31: Ich könnte mir vorstellen dass auf der einen Seite viele Mitarbeitenden diesen Kulturwandeln mitgehen.
00:24:37: aber auf der anderen Seite kann ich mir vorstellen ich komme aus der Wirtschaft es gibt auch eine ganze Menge Resistenz innerhalb des Ministeriums.
00:24:45: Wie wollen Sie die überwinden und wie wollen sie diesen neuen Spirit wirklich gewinnbringend für alle ins Ministerium bringen?
00:24:54: Also ich will nicht enttäuschen, aber ich empfinde hier schon die Situation so dass es sehr viel Unterstützung aus dem Haus auf meinem Ministerium für diesen Weg gibt.
00:25:10: Und vielleicht hängt es auch damit zusammen das wir im BMZ diese Neuausrichtung jetzt nicht einfach per Rundalass verfügt haben, sondern wir haben seit dem ersten Tag in dem hier die Ministerin Alla Balirado waren.
00:25:27: Die Amtsgeschäft übernommen hat die neuen Prioritäten und diesen Reformplan den wir präsentiert haben.
00:25:35: In einem ich würde mal sagen ziemlich aufwendigen und sehr partizipativen Prozess innerhalb des Ministeriums selber aber auch mit unseren Partnern erarbeitet und wir haben im Rahmen dieser Reform Arbeit auch mehrere Beratungsrunden mit Vertretern der deutschen Wirtschaft, einzelne Unternehmen aber natürlich den Verbänden organisiert.
00:26:02: Mein Eindruck heute ist, ja natürlich wir sind ein großes Haus und da gibt es unterschiedliche Sichtweisen.
00:26:09: Das ist ja vollkommen klar.
00:26:10: jeder und das soll hier auch so sein dass jeder seine eigene Sichtweise mit anbringen kann.
00:26:15: aber wir leben alle in der gleichen Welt.
00:26:18: Wir sehen alle dieselben Nachrichten wie stark die Bundesregierung unter Druck ist sehr exportorientierte deutsche Wirtschaftsunterdruck ist, wie es sich auf die Anzahl der Industriearbeitsplätze in Deutschland auswirkt.
00:26:34: Aber meine Kolleginnen und Kollegen hier im BMZ sehen auch jeden Tag, wie sich die Kürzung der Entwicklungs- und der humanitären Hilfe auf die Lage der Menschen in unseren Partnerländern gerade in Afrika auswirken.
00:26:46: Ich will jetzt nicht vom Thema abweichen aber wenn Sie sich anschauen dass dieser Ebola Ausbruch offensichtlich erkannt oder zumindest nicht berichtet worden ist, dass die Möglichkeiten auch durch den Wegfall der amerikanischen Gelder darauf adäquat zu reagieren.
00:27:03: Dass es deutlich geschwächt ist das gesamte System?
00:27:08: Da muss man sich schon die Frage stellen was können wir eigentlich als Deutschland?
00:27:12: und wir haben auch deutlich weniger Geld.
00:27:13: ich will das hier nochmal wiederholen Was können weh eigentlich tun?
00:27:17: Und jeder und jede Kollegin Kollege die mal im Ausland gewesen sind für das BMZ wird ihn bestätigen können.
00:27:24: Am wichtigsten sind private Investitionen, weil die schaffen in der Regel die Arbeitsplätze und deswegen musste ich von der Grundausrichtung hier gar nicht so viele Menschen überzeugen.
00:27:35: Ja, die Frage wie gehen wir im Detail mit Ausschreibungskonditionen um?
00:27:39: Gehen wir mal einen Schritt wie direkt vergaben.
00:27:42: da gibt es durchaus unterschiedliche Meinungen aber vor allem sagt man mit der wir in anderen Bereichen sehr eng zusammenarbeiten.
00:27:53: Also viele Nicht-Regierungsorganisationen, NGOs die sehr wichtig sind für unsere Arbeit und aus meiner Sicht übrigens auch für die Wirtschaft sehr wichtig ist weil sie auch wissen mitbringen, weil sie Strukturen in den Mitglieds in unseren Partnerländern sicherstellen.
00:28:09: Und dort habe ich schon das ein oder andere Mal den Vorwurf oder vielleicht dreht sich bei euch jetzt alles nur noch um die Wirtschaft.
00:28:21: Diese Sorge gibt es und das ist auch der Grund, weshalb ich jetzt Ihnen auch vorhin nochmal gesagt habe also die Säule Zusammenarbeit mit der Wirtschaft ist nicht neu!
00:28:33: Und beides gehört zusammen, es widerspricht sich nicht und wir setzen deswegen auf klassische Elemente quasi die DNA des BMZ beim Thema vor allem Armutsbekämpfung Und wir setzen einen weiteren Schwerpunkt vielleicht in einer auch etwas neu gestalteten Art und Weise, die glaube ich auch reagiert auf die geoeconomische Lage.
00:28:54: Beides gehört zusammen und insgesamt finde ich, wir kommen gut voran und diese konkreten Punkte, auf die ich eingegangen bin haben wir ja auch nur deswegen geschafft weil wir hier wirklich ein engagiertes Team haben.
00:29:09: also deswegen glaube ich das BMZ zieht damit.
00:29:12: Ich freue mich über das, was Sie gesagt haben über die Zusammenarbeit.
00:29:18: Es ist auch der Eindruck, den ich habe aus vielen Gesprächen, Veranstaltungen und Konferenzen.
00:29:25: Es gibt jetzt auch eine hohe Erwartung.
00:29:26: Das ist für uns ein Ansporn.
00:29:28: Und ich hatte auch so ein bisschen das Gefühl bei dem einen oder anderen aus Wirtschaftsverbänden unternehmen ein bisschen überrascht waren, was sie eigentlich alles mit uns machen können.
00:29:40: Weil eben nicht jedes Unternehmen weiß welche Instrumente wir haben und deswegen helfen Sie weiter mit darüber zu reden auch über die wirklich tollen Außenwirtschaftsförderungsinstrumente des BMWE.
00:29:52: Und wenn wir es denn als Regierung noch besser hinkriegen, die Informationen aus einer Hand an den Mann und an die Frau zu bringen dann werden wir schon recht zufrieden.
00:30:04: Also ich denke schon, dass wenn die Säule Wirtschaft innerhalb des BMZ jetzt größer wird ist das nicht verkehrt.
00:30:10: Das heißt ja nicht, dass die andere Säulen der Entwicklungszusammenarbeit vernachlässigt werden.
00:30:15: Sehe ich genauso!
00:30:16: Aber ich denke es hat auch die Chance, wenn die säule-wirtschafts Zusammenarbeit mit der deutschen Wirtschaft größer wir, dass auch die Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung für ihre Arbeit eben noch breiter wird.
00:30:28: Sie hatten eben gerade angesprochen zum einen die Förderinstrumente.
00:30:32: und Was ist denn, wenn jetzt ein mittelständisches Unternehmen in Afrika investieren möchte oder mit Afrika in Handelspartnerschaften gehen will?
00:30:41: Wir bekommen von unseren Mitgliedern immer wieder die Rückmeldung, dass sie keinen guten Überblick über das Gesamtangebot des BMZ und der Institutionen der Außenwirtschaftsförderung haben.
00:30:52: Außerdem sei es an einigen Stellen nicht ausreichend an die Bedürfnisse der Wirtschaft angepasst.
00:30:58: Herr Ahnen!
00:30:59: Ist die Förderlandschaft also zu komplex?
00:31:02: Arbeiten Sie an der Konsolidierung, aber auch an der Passgenauigkeit Ihres Förderangebots?
00:31:09: Natürlich ist es so dass es schon eine Tendenz gibt.
00:31:13: Dass wir zum Teil sehr spezialisierte Instrumente entwickelt haben.
00:31:17: vielleicht sind Aber auch ein paar sage ich mal auch regionale Programme dabei.
00:31:21: das kann man nicht ausschließen.
00:31:22: Wir versuchen ja im Moment auch mit neuer Technologie also KI basierte Plattformen sie kennen das vielleicht auch förderloße Wachstumsmärkte dafür ein bisschen mehr Klarheit zu sorgen.
00:31:34: Es ist auch wichtig, dass wir jetzt nicht nur unsere etablierten BMZ-Instrumente ihn bekannt machen oder ihren Unternehmen bekanntmachen, sondern das haben wir uns auch fest vorgenommen – sagt mal für die Finanzierungsoptionen, die sich bieten über die Weltbank und über die regionalen Entwicklungsbanken Auch die europäischen Möglichkeiten zur Finanzierung, wo Deutschland ja überall Anteilseigner ist und zum Teil auch in der Federführung des BMZ.
00:32:03: Dass wir auch dort deutlich machen, wo man Anträge stellen kann oder wo man Finanzierungsoptionen in Anspruch nehmen kann.
00:32:11: Und natürlich das ist schon eine gewisse Herausforderung gerade für kleinere Unternehmen sich mit dem ganzen Instrumentarium dann vertraut zu machen und überhaupt erst mal herauszufinden In welches Förderschema passe ich eigentlich?
00:32:27: Nein und deswegen setzen wir natürlich auch ein bisschen auf Multiplikatoren wie auch den Afrikaverein mit vielen Unternehmen, die das dann schon mal gemacht haben.
00:32:37: Ja also wenn Sie Hinweise haben sie sind bei uns wirklich mehr als willkommen.
00:32:43: Wir sind da auch sehr offen Und wir schauen uns die Strukturen an.
00:32:48: Ein Bundesministerium, wir sind rechenschaftspflichtig für jeden Cent Steuergeld und das ist auch richtig so.
00:32:55: Wir unterliegen zum Teil eben auch bürokratischen Berichtserfordernissen die ich jetzt nicht Kraft willens einfach alle abschaffen kann Auch wenn wir versuchen es unbürokrantischer zu machen.
00:33:08: aber Ich glaube dass Es vor allem dann gut funktioniert innerhalb der Unternehmen es auch eine Kommunikation gibt.
00:33:16: Also wenn ein Unternehmer, der bei Ihnen Mitglied ist, sagt also wir haben über das Instrument develop ppp folgende Finanzierung bekommen oder wir haben... Das ist ja auch etwas was manchmal unterschätzt wird über die GZ vielleicht auch eine Information oder auch eine Beratung bekommen.
00:33:34: Macht das doch auch mal?
00:33:35: Oder ich bringe euch mal in Verbindung so funktioniert es ja häufig!
00:33:38: Wir brauchen also mehr Beispiele, die ein bisschen Mut machen.
00:33:43: Ich finde ja wir müssen klar analysieren was in Deutschland im Moment schiefläuft und wo wir auch Reformbedarf haben.
00:33:52: aber ich habe wirklich manchmal ein bisschen den Eindruck wer reden uns auch in eine Depression hinein.
00:33:57: ich bin beruflich viel außerhalb Deutschlands unterwegs.
00:34:01: sie haben Südafrika erwähnt.
00:34:03: ich war danach noch in Sambia einem Land mit großen Potenzialen aber auch mit großen Problemen.
00:34:10: Und wenn man dann zurückkommt, hat man manchmal den Eindruck also auch wirklich arme Partnerländer die mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen haben.
00:34:20: Manchmal in die Fähigkeit Deutschlands aus dieser Krise wieder herauszukommen mehr vertrauen als die Deutschen selber und das ist auch nicht gut.
00:34:32: deswegen können vielleicht auch ein paar von diesen positiven Beispielen Wir haben auch noch ein paar Unternehmen überzeugen, in afrikanische Märkte zu gehen.
00:34:42: Lassen Sie mir die Informationen oder Defining, wie man so schön sagt, zukommen?
00:34:47: Wir evaluieren unsere Arbeit ja auch.
00:34:49: Wir tun das einmal weil wir rechenschaftspflichtig sind gegenüber dem Deutschen Bundestag aber auch weil wir selber wissen möchten was funktioniert eigentlich und der deutschen EZ, so sagen wir im Entwicklungszusammenarbeit.
00:35:06: Und wir wissen auch aus unabhängigen Erhebungen das dort wo Deutschland präsent ist mit Entwicklungs Zusammenarbeit und Projekten die Chancen für deutsche Unternehmen höher sind.
00:35:19: Warum?
00:35:20: Weil wir Vertrauen aufgebaut haben weil wir häufig auch in komplizierten Märkten wissen mit wem man eigentlich sprechen muss, weil das ist nicht in jedem Land gleich.
00:35:30: Das wissen Sie ja auch.
00:35:31: gerade in autoritär strukturierten Ländern ist die Frage, mit wemen muss ich eigentlich reden?
00:35:39: Wie kommt man eigentlich Zugang?
00:35:41: wichtig und es wird auch immer wichtiger möchte ich das hier auch nochmal erwähnen.
00:35:49: Die Ministerin, unser gesamtes Führungsteam wir sind alle auch bereit politisch dort zu flankieren wenn es um Aufträge geht, wenn es zum Zugänge geht Wenn das notwendig ist und auch das gehört ein bisschen zu diesem Kulturwandel dazu.
00:36:05: Wir haben Länder in Europa enge Freunde von uns, wo der Staatspräsident zum Telefon greift wenn es um einen mittelgroßen Investitionsbetrag geht.
00:36:16: Das ist nicht die deutsche Kultur und wir müssen nicht alles genauso machen.
00:36:22: aber ich glaube wir müssen einfach zur Kenntnis nehmen Der Wind ist ein bisschen rauer geworden.
00:36:28: Wir sind ein wichtiges Land und haben ein hohes Maß an grundsätzlicher Zustimmung.
00:36:34: Deutschland ist ein beliebtes Land in vielen afrikanischen Ländern, auch wegen der relativ kurzen Kolonialphase die wir haben.
00:36:42: Auch weil uns unterstellt wird es geht uns wirklich um Entwicklung in diesen Ländern.
00:36:48: und so sehr ich selber bereit bin.
00:36:50: Ich glaube das ist auch deutlich geworden stärker unsere deutschen Interessen auch die Unternehmensinteressen ins Spiel zu bringen und sie auch zu artikulieren bleibt diese Frage, wie wird Deutschland wahrgenommen?
00:37:05: Ich glaube auch für ihre Unternehmenschancen wichtig.
00:37:07: Wenn Deutschland wahrgenommen wird als ein Land dem es auch darum geht, Armut beispielsweise in Sambia zu bekämpfen und deswegen in Wasserinfrastruktur, städtische Mobilität in Gesundheitsprojekte zu investieren dann hilft das am Ende auch den deutschen Unternehmen und deswegen glaube ich dass das BMZ wirklich an der Stelle sehr viel tun kann.
00:37:35: Ja, gar keine Frage.
00:37:38: Dennoch würde ich ganz gerne noch mal einen kurzen Moment auf diese Förderlandschaft zurückkommen.
00:37:44: Wäre es nicht sinnvoll eine Konsolidierung und Vereinfachung der Förderlandschaft?
00:37:49: Und zwar über die Ministerialgrenzen hinweg zu implementieren damit man sozusagen fast sowas hat wie ein One Stop
00:37:57: Shop.
00:37:58: Kann ich Sie damit beauftragen?
00:38:02: Das können wir natürlich dann offline noch mal gerne gerne besprechen.
00:38:07: Ich wollte sie nicht unterbrechen.
00:38:09: Nein, das ist absolut okay!
00:38:10: Das soll ja auch ein lebhafter Podcast sein und hier irgendwie wollen wir auch durchaus da und dort kontrovers sein.
00:38:20: aber Kommen wir noch mal zurück
00:38:22: auf... Aber darf ich da trotzdem nochmal etwas sagen?
00:38:24: Natürlich, ja klar.
00:38:26: Bei den
00:38:26: Gedanken werde ich jetzt trotzdem beibehalten weil der auch wirklich wichtig ist.
00:38:30: Ich finde das also.
00:38:32: die Antwort ist natürlich dass es wünschenswert aber ich glaube es ist auch wichtig dass man eine klare eine realistische Vorstellung davon hat was man in einem Jahr in einer Bundesregierung erreichen kann und man auch zur Kenntnis nehmen muss.
00:38:52: Es gibt auch in diesem Fall unterschiedliche Parteien.
00:38:55: Das Wirtschaftsministerium ist von der CDU geführt, mein Ministerium ist eine SPD-Ministerin geführt und völlig unabhängig davon selbst wenn es die gleichen Parteien werden.
00:39:07: Ich habe von Fahrtabhängigkeit gesprochen so dass jedes Ressort seine eigenen Interessen hat.
00:39:16: das wird man nie komplett ändern können Und wenn Sie das einmal akzeptiert haben, als Grundausrichtung wie Deutschland auch mit seinem föderalen Aufbau funktioniert und wenn man in Betracht zieht.
00:39:34: Auch wie polarisiert im Moment die politische Auseinandersetzung ich sage leider in unserem Land geworden ist finde Und ich sage das jetzt einfach mal so, also Frau La Balerade waren und Frau Reiche.
00:39:48: Da würde man nicht unmittelbar erwarten, dass sie die engsten politischen Verbündeten sind.
00:39:53: Beide haben das klare Signal ausgesandt, das wollen wir schaffen.
00:39:58: Wir wollen es enger zusammenführen.
00:40:01: Wir haben uns auf den Weg gemacht, eine gemeinsame Konferenz gemacht.
00:40:05: Wir habe eine hochrangige Arbeitsgruppe gebildet.
00:40:07: Wir reden auch gemeinsam mit den Wirtschaftsvertretern.
00:40:12: Ich hätte nicht unbedingt gedacht, dass wir nach einem Jahr so weit sind.
00:40:15: Sind wir weit genug?
00:40:16: Das überlasse ich jetzt im Urteil aber das will ich doch dann noch einmal zur Einordnung sagen und vielleicht auch zur Einordnung dessen was ich hier jeden Tag tue und unter welchen Bedingungen wir das machen.
00:40:29: Ich hatte ja schon gesagt, dass wir sehr wohl eine Veränderung festgestellt haben.
00:40:34: Eine zunehmende Offenheit gegenüber den Bedürfnissen der Wirtschaft.
00:40:39: Das sehen wir sehr gut.
00:40:40: Nichtsdestotrotz auf ein Beispiel muss ich jetzt nochmal kommen heran weil das mir auch wirklich sehr am Herzen liegt und das ist Angola.
00:40:49: Angola ist kein Partner vom BMZ.
00:40:53: Angola hat mittlerweile relativ viele Fördermittel über die ECA gedeckten Kredite bekommen, also über die Außenwirtschaftsförderung was dazu führt dass unsere Mitgliedsunternehmen in und mit Angola Geschäfte durchführen wollen, jetzt weder vom BMW noch vom BMZ Unterstützung gehalten.
00:41:16: Und das treibt uns schon um denn Angola ist halt eben in Afrika auch wirtschaftlich gesehen kein kleiner Player?
00:41:24: Ja, das ist richtig!
00:41:26: Und dann müssen wir – es will ich auch gerne anbieten – uns vielleicht nochmal zusammensetzen und auch zu schauen gibt es andere Instrumente vielleicht auch über europäische Finanzierung?
00:41:36: weil ich würde ihn natürlich sehr gerne anbieten zu sagen, wir schauen nochmal auf die Liste unserer bilateralen Partner.
00:41:43: Wir nennen das hier bei uns im BMZ die Länderliste.
00:41:47: Das kann nicht aber nicht und es wäre nicht ehrlich und es wären nicht seriös.
00:41:52: und es hängt auch damit zusammen dass wir einfach in diesem Bundeshaushalt nachdem wir am letzten fast eine Milliarde weniger hatten jetzt noch mal Diese Option steht für das BMZ nicht zur Verfügung, was Angola betrifft.
00:42:09: Das heißt übrigens nicht dass wir gar nicht dort tätig werden können.
00:42:14: Wir haben ja auch regional ausgestaltete Arbeitslinien, das können wir uns gerne nochmal anschauen.
00:42:21: Ich will vielleicht auch noch mal zurückkommen auf die deutsche Beteiligung an multilateralen Entwicklungsbanken wie der Weltbank aber auch wieder afrikanischen Entwicklungsbank.
00:42:31: da weiß ich jetzt nicht aus dem Kopf wie das Portfolio für Angola an dem Punkt aussieht und auch ein politischer Outreach um bestimmte Dinge zu flankieren ist deswegen natürlich trotzdem möglich.
00:42:46: Das sind aber auch ein bisschen Auswirkungen der Sparpolitik, die wie gesagt an anderer Stelle beschlossen worden sind.
00:42:55: Das will ich jetzt hier gar nicht bewerten, aber die natürlich für man so dramatisch die Mittel der Entwicklungszusammenarbeit reduziert und diese Gespräche muss sich ja jetzt nicht nur bei Ihnen im Podcast führen soll mit ganz vielen Partnern dann muss führt es auch dazu, dass wir nicht jeden Wunsch erfüllen können.
00:43:15: In der Sache stimme ich Ihnen aber zu.
00:43:17: Angola ist natürlich ein sehr wichtiges Land, ein sehr ressourcenreiches Land.
00:43:21: Ein Land das eine man darf jetzt sagen Hochkorrupte Regierung hatte und da hat sich auch einiges getan.
00:43:29: Jedenfalls ist das meine Beobachtung und wir wollen natürlich, dass unsere Unternehmen dort gute Chancen haben.
00:43:36: nur über die klassischen Instrumente der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit, können wir das aus den genannten Gründen leider nicht anbieten.
00:43:46: Und ich muss sagen also diese... Partner-Länder-Problematik kommt immer wieder mal hoch.
00:43:53: Und das ist nicht nur Angola, wir haben auch einen Fall mit den Cupwerden.
00:43:58: Sambia haben wir auch im Fall auf dem Tisch liegen.
00:44:00: Das ist jetzt so ein Mittelding.
00:44:02: also ich glaube so ein bisschen mehr Flexibilität würden wir durchaus begrüßen.
00:44:08: gerne würde ich noch einmal kurz auf die Reform selber zurückkommen.
00:44:11: und als sie die Reform sozusagen geschrieben haben erarbeitet haben gibt es Länder bei denen sie, ich sage jetzt mal nicht abgeschaut haben.
00:44:22: Aber wo Sie denken okay so nach einem Best Practice Case.
00:44:26: das was die machen gefällt mir eigentlich ganz gut können wir teilweise vielleicht auch uns etwas abschauen?
00:44:33: Also es gibt glaube ich immer wieder einzelne Beispiele die uns auch durchaus geleitet haben.
00:44:43: gleichzeitig gehört zur Wahrheit aber auch dazu Wir sind im Moment wenn ich nicht irgendein Land übersehen habe, das einzige große Land, dass sich noch ein eigenständiges Entwicklungsministerium erhalten hat.
00:45:00: Und deswegen ja wie soll ich das sagen?
00:45:05: mit hanseatischer Zurückhaltung würde ich trotzdem sagen ist es eher umgekehrt.
00:45:10: es schauen alle auf uns Denn man kann das ja sehr unterschiedlich organisieren.
00:45:16: Manchmal ist der Entwicklungsstrang im Außenministerium, manchmal ist er im Finanzministerium.
00:45:22: Es gibt viele Länder die haben Planungsministerien, manche haben auch die Wirtschaftsministerien dafür ausgewählt und unsere engsten Partner Das Vereinigte Königreich Frankreich Viele nordische Staaten Nicht alle, aber viele nordische Staaten.
00:45:40: Die Niederlande haben alle zum Teil in dramatischer Art und Weise ihre Budgets zusammengestrichen und haben zum Teil so viel Geld einsparen müssen, dass sie diese bilaterale Zusammenarbeit über die wir jetzt intensiv gesprochen haben, zum Teil gar nicht mehr betreiben.
00:46:00: Wir echten ganz schön unter den Konsolidierungsnotwendigkeiten Aber wir sind weiterhin in der Lage, auch verlässlich.
00:46:08: Das ist übrigens sehr wichtig für unsere Partner diese Arbeit vorzuführen und Wir arbeiten sehr eng mit den Norwegen zusammen die für uns immer noch so einen Nordstern sozusagen sind weil sie auch die Entwicklungsfinanzierung also die berühmten Null Komma Sieben nicht nur erfüllen sondern über erfülle Die auch gerade eine Reform machen Und mit uns da im engen Austausch sind.
00:46:35: Ich habe gerade gestern oder heute mit meinen britischen Staatssekretärskollegen gesprochen, die sich mit uns sehr eng abstimmen und ich glaube was auch gut ist dass wir zunehmend auch schauen okay ihr müsst euch aus Sektor Art zurückziehen dann versuchen wir in diesem Sektort zu bleiben während ein anderes Land sich denn in einem anderen Bereich engagiert.
00:46:58: das ist schon nicht schlecht.
00:46:59: und ja was kann man sich abschauen?
00:47:01: also Ich will jetzt nicht die gesamte Diskussion vom Anfang unserer Unterhaltung wieder aufräumen, aber an der einen oder anderen Stelle schon ein bisschen klarer auch den nationalen Interessen zu formulieren ohne dabei die Entwicklungswirkungen unserer Arbeit zu depriorisieren.
00:47:20: Das ist glaube ich ganz wichtig und da können wir uns das eine oder andere abschauen.
00:47:24: Ich will aber auch nicht verhehlen dass sich bei vielen Partnern im Moment den Eindruck habe, um die Frage der nationalen Interessen und auch der Nationalen Wirtschaftsinteressen.
00:47:36: Und da muss ich sagen, das kann einem am Ende dann auch schaden.
00:47:41: Und vor allem führt es dann am Ende auch dazu dass auch unser Wohlstand und unsere Sicherheit irgendwann davon betroffen sein werden, denn wir reden im Moment natürlich über die Themen, die in Deutschland auf der Tagesordnung stehen.
00:47:55: Aber man soll ja nicht glauben dass der Krieg im Sudan weitergeht das die Krise in der Ost, die nicht gelöst ist übrigens auch im südlichen Afrika Das weiß kaum jemand in Deutschland, das wir IS kontrollierte Gebiete in Mozambik haben und so weiter, dass es sich nicht auswirkt oder wenn wir die Ebola-Krise nicht schnell in den Griff kriegen vielleicht auch von, sag mal unseren westlichen Staaten eine sehr übereilte Reaktion gewesen.
00:48:26: So viel zu kürzen und dann neigt man ein bisschen dazu zu sagen, das hat ja eh alles nichts gebracht und wir machen jetzt nur noch Zusammenarbeit über beispielsweise kreditfinanzierte Programme mit der Wirtschaft.
00:48:40: Das wird auch nicht funktionieren.
00:48:42: gleichzeitig nicht als Staatssekretär aber auch als Staatsbürger habe ich mich auch manchmal gefragt also Warum kann das nicht ein deutsches Unternehmen machen?
00:48:51: Und wie gesagt, dass versuchen wir jetzt ein bisschen zu ändern.
00:48:54: Wir werden sie daran messen gar keine Frage und es war schon fast in einem Schlusswort.
00:49:00: trotzdem gibt es hier an dem Podcast immer eine letzte oftmals vielleicht auf provokative Frage und auch doch um die kommen Sie jetzt nicht herum.
00:49:08: Ja da bin ich
00:49:09: nur gespannt.
00:49:10: Sie hatten die Etagehörzungen von einer Milliarde Euro fast zehn Prozent ja schon selber genannt.
00:49:19: Ist also die Reform eine Reform aus Überzeugung, die Sie hier angehen oder ist es gar eine Reform von Haushaltsnot?
00:49:28: Nein das ist eine Reform.
00:49:29: Ausüberzeugung weil ich Ihnen sagen kann wir wären natürlich in der Lage die Grundstruktur ohne jede Reform unserer Arbeit beizubehalten und einfach mit dem Rasenmäher diese Kürzung durchzusetzen.
00:49:44: dass ist letztlich das, was wir machen mussten bei dem allerersten Haushalt, den wir hier aufgrund der vorläufigen Haushaltsführung ja in Rekordzeit als neue Regierung auf den Weg gebracht haben.
00:49:55: Weil uns da gar keine Zeit blieb und wir haben eine grundlegende Analyse auch der deutschen Entwicklungszusammenarbeit vorgenommen mit einem großen Aufwand, den Wir betrieben haben Mit sehr vielen Partnern die wir konsultiert haben.
00:50:09: Diese Reform ist das Ergebnis einer politischen Schwerpunktsetzung.
00:50:13: Und natürlich hätte ich mit mehr Mitteln auch noch weitere Schwerpunkte definieren können, hätte die Ministerin sicherlich noch den ein oder anderen Programmpunkt gerne ergänzt aber die Grundausrichtung basiert auf einer politische Analyse und einer politisch schwer Punktsetzung.
00:50:31: Das ist mir sehr wichtig Denn sonst wäre es ja wirklich nur eine Sparmaßnahme und Sie können es übrigens auch daran erkennen, dass wir versuchen gerade unsere Unterstützung für die afrikanischen Partnerländer unterdurchschnittlich zu kürzen.
00:50:47: Das ist das was wir im Moment tun können um diesen Fokus den wir auf unsere sage ich mal unmittelbare Nachbarschaft gelegt haben auch umzusetzen.
00:50:57: Das war auch die klare Vorgabe der Ministerin
00:51:00: Und das freut uns natürlich zu hören, denn wenn wir sehen dass die deutsche Wirtschaft ja echt Schwierigkeiten hat Absatzmärkte zu finden.
00:51:08: sei es in Osteuropa, sei es im Middle East spielt hoffentlich Afrika und das ist unser aller Intention demnächst eine größere Rolle für nicht nur unsere Mitgliedsunternehmen aber auch darüber hinaus.
00:51:20: Herr Annen vielen Dank für das offene und spannende Gespräch.
00:51:25: Vielen Dank auch, dass Sie sich Zeit für unseren Podcast genommen haben.
00:51:29: Und ich würde sie gerne einladen im Juli, in dem wir wieder hier im Podcast sprechen und dann vielleicht darüber nachzudenken und zu sprechen was erreicht wurde und wo Sie zufrieden mit den Entwicklungen sind.
00:51:43: Wären Sie damit einverstanden?
00:51:44: Damit bin ich sehr einverstandene!
00:51:46: Vielen Dank für das Interesse, für das schöne Gespräch.
00:51:49: Hat mir Spaß gemacht Und rühren Sie weiter die Werbetrommel für Investitionen in Afrika auch bei den Unternehmen, die noch nicht dabei sind.
00:51:58: Also vielleicht hilft das ja auch Ihrem Verein wenn wir gemeinsam ein bisschen dafür werben dass man dort nicht nur für die Menschen, die das wirklich dringend erwarten etwas tun kann sondern dass man damit durch auch wirtschaftlich erfolgreich sein kann.
00:52:15: Absolut!
00:52:16: Das ist in der Tat unser aller Anliegen.
00:52:19: Ja, wenn Sie liebe Zuhörerinnen und Zuhöerer Fragen Anregungen oder Themenvorschläge haben zögern sie nicht uns zu schreiben.
00:52:26: Wir freuen uns wirklich auf den Austausch mit Ihnen!
00:52:29: Außerdem möchte ich noch auf einige unserer kommenden Veranstaltungen aufmerksam machen.
00:52:35: vom achtem bis zwölften Juni organisieren wir gemeinsam mit dem Netherlands African Business Council eine Delegationsreise nach Ghana, mit dem Thema Green and Digital Trade.
00:52:47: Und am zweitenswanzigsten und vierundzwanzigste Juni – und Herr Staatssekretär Ann hat schon darauf hingewiesen – wird es Wirtschaftstage zum Senegal und zur Kenia geben mit anschließenden bilateralen Regierungsverhandlungen.
00:53:02: And last but not least Am neunundzwanzigsten und dreißigsten Juni, zweitausendsechsund zwanzig sind auch wir wieder bei der Hamburg Sustainability Konferenz vertreten.
00:53:12: Und wir freuen uns sehr sie alle bei den verschiedenen Veranstaltungen wiederzutreffen und in den Austausch zu gehen.
00:53:20: also bleiben Sie dran.
00:53:22: es lohnt sich bis zum nächsten Mal.
00:53:24: by Africa's Business sagt das gesamte Podcast Team Dankeschön!
00:53:34: Wenn Sie Fragen, Anregungen oder Themenwünsche haben, kontaktieren sie uns gerne unter infoetafrika.de oder über die sozialen Medien.
00:53:44: Weitere Informationen finden Sie unter www.afrika-verein.de Oder abonnieren Sie Africa's Business auf den in der Beschreibung genannten Netzwerken und Kanälen.
00:53:57: Wir freuen uns auf Sie!
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